Linientypen
LiberoDraft kennt acht Linientypen: fünf Strichmuster und drei Sondertypen mit eigener Zeichenroutine. Ein Element zeigt den Typ seines Layers, solange es keinen eigenen Linienstil trägt.

Die acht Typen
| Typ | Zeichen in Listen | Aufbau | Massstab |
|---|---|---|---|
| Durchgezogen | ──── | Vollinie | — |
| Gestrichelt | ── ── | Strich 12, Lücke 6 | Bildpunkte am Bildschirm |
| Gepunktet | ·· ·· | Punkt 2, Lücke 4 | Bildpunkte |
| Strichpunkt | ── · ── | Strich 12, Lücke 4, Punkt 2, Lücke 4 | Bildpunkte |
| Mittellinie | ── ─ ── | Strich 20, Lücke 4, Strich 6, Lücke 4 | Bildpunkte |
| Sperrschicht | ▬ ▬ ▬ | Band in Linienfarbe mit ausgestanzten Fenstern, oben und unten eine Kante | Papier-mm |
| Belüftungsgitter | ● ● ● | Punktreihe; Punktdurchmesser aus der Linienstärke | Papier-mm |
| Statische Verklebung | ─∿─ | Linie mit einer Zacke je Periode | Papier-mm |
Strichmuster werden am Bildschirm in Bildpunkten gezeichnet — sie bleiben beim Zoomen gleich gross, zeigen also bei jedem Zoom lesbare Striche. Im Druck und SVG-Export werden sie in Millimeter umgesetzt. Sondertypen sind dagegen von Anfang an in Papier-Millimetern definiert und wachsen und schrumpfen mit dem Zoom; im Modell rechnet der Bezugsmassstab sie in Modell-mm um, im Blatt gelten Papier-mm direkt.
Wo der Linientyp gesetzt wird
| Ort | Wirkung |
|---|---|
| Dialog Layer bearbeiten, Feld Linientyp | Typ des Layers — gilt für alle Elemente vom Layer |
| Panel Eigenschaften, Feld Linienstil | eigener Typ eines Elements; — vom Layer — hebt ihn auf; darunter der Objekt-Linientypfaktor bei Sondertypen |
| Panel Eigenschaften, Mehrfachauswahl | Linienstil aller gewählten Elemente auf einmal (— gemischt —, wenn sie sich unterscheiden) |
| Gizmo-Fenster | Auswahlliste — vom Layer — und Schraubenschlüssel 🔧, der den Dialog Linientypen öffnet |
| Layer-Inhalt verschieben, vom Ziel-Layer übernehmen | hebt eigene Linienstile auf |
| Attribut abgreifen | merkt einen abweichenden Linientyp als Override für neue Objekte |



Schnappschuss-Prinzip
Musterwerte der Sondertypen (Kantendicke, Teilungen, Zackenmasse …) werden nicht laufend aus dem Dialog gelesen. Wechselt ein Layer oder ein Element auf einen Sondertyp, bekommt er einen vollständigen Schnappschuss der aktuellen Werte und behält ihn — spätere Änderungen im Dialog wirken nur auf neue Objekte. Beim Wechsel weg fällt der Schnappschuss (und der Objektfaktor) weg. Gelesen wird in dieser Reihenfolge: eigener Schnappschuss des Elements, sonst der des Layers, sonst der Werksatz. Um bestehende Objekte nachzuziehen, dient Auf Auswahl anwenden im Dialog.
Linientypfaktoren
Zwei Faktoren multiplizieren sich: der Faktor je Typ im Dialog Linientypen (wie LTSCALE, aber getrennt für Sperrschicht, Belüftungsgitter und Verklebung — skaliert die Musterteilung aller Objekte des Typs sofort) und der Objekt-Linientypfaktor im Panel Eigenschaften (wie CELTSCALE, nur dieses Element; 0.05–100, Werk 1). Die Strichmuster haben keinen Faktor.
Der Dialog Linientypen
Aufruf: Dialog Einstellungen → Kasten Linientypen → Button ▬ ▬ ▬ Linientypen… (1); oder Schraubenschlüssel im Gizmo-Fenster. Der Dialog liegt über dem Einstellungen-Dialog und bleibt nach Übernehmen offen.


Bezugsmassstab Modellbereich 1 :
Rechnet die Papier-mm der Muster im Modellbereich in Modell-mm um (1:50 heisst: 1 Papier-mm = 50 Modell-mm), 0.001–10000, Werk 1. Gilt je Zeichnung; im Blatt gelten Papier-mm direkt. Beim Anlegen eines Ansichtsfensters bietet das Programm an, den Bezugsmassstab auf den Fenstermassstab zu stellen, damit das Modell dieselben Muster zeigt wie das Fenster.
Sperrschicht
Kantendicke (mm, Werk 0.10), Teilung Strich (Werk 3), Teilung Fenster (Werk 3), Mindest-Bandbreite (Werk 0.25). Die Bandbreite folgt der Linienstärke des Objekts, als Papier-mm gelesen; die Mindest-Bandbreite greift bei Haarlinien. Aus dem Band werden Fenster in Blattfarbe ausgestanzt, oben und unten bleibt die Kante stehen.
Belüftungsgitter
Abstand Mitte–Mitte (Werk 2.4), Mindest-Punktdurchmesser (Werk 0.25). Der Punktdurchmesser folgt der Linienstärke des Objekts.
Statische Verklebung
Periode (Werk 12), Zacke — Anstieg über (1.2), Höhe oben (3), Abfall über (2.4), Tiefe unten (2.5), Rücklauf über (1.2); alles Papier-mm, die Zacke sitzt mittig in jeder Periode. Die Linienstärke bleibt die des Objekts.
Linientypfaktor (je Typ)
Je Sondertyp ein Faktor 0.05–100 (Werk 1) — siehe Faktoren.
Vorschau-Linienstärke, Vorschau
Die Vorschau zeigt das Sperrschicht-Band in Originalgrösse (echte Millimeter am Bildschirm, 76 × 30 mm) mit der eingetragenen Vorschau-Linienstärke (Werk 0.7 mm). Darunter erscheinen Hinweise, wenn Werte nicht zusammenpassen: Hinweis: Bei dieser Kantendicke bleibt bei Stärke … mm kein Fenster übrig — das Band wird durchgehend gezeichnet., … ist bei Stärke … mm nur … mm hoch — unter 0.3 mm wird es im Druck schwer erkennbar., Die Zacke (… mm) ist breiter als die Periode (… mm) — die Zacken rücken dicht an dicht..
Übernehmen, Auf Auswahl anwenden, Schliessen
Übernehmen speichert die Werte dauerhaft für neue Objekte, das Fenster bleibt offen (Linientyp-Einstellungen übernommen — die Musterwerte gelten für neue Objekte). Auf Auswahl anwenden überträgt den aktuellen Stand zusätzlich auf die gewählten Objekte mit Sondertyp (n Objekt(e): Linientyp-Musterwerte übernommen). Schliessen verwirft nicht übernommene Änderungen.
Auswahlfilter, DXF, Druck
- Der Auswahlfilter der Statuszeile kann nach Linientypen filtern (Kasten ┄ Linientypen).
- DXF-Import setzt ISO-Linientypen (ACAD_ISO02W100 … ) über die Standard-Zuordnung auf Gestrichelt bzw. Strichpunkt um; ein DXF-Profil legt eigene Zuordnungen fest, der Export schreibt den Linientyp je Element.
- Im Druck werden Strichmuster als Millimeter-Muster, Sondertypen mit ihren Papier-mm ausgegeben; das Sperrschicht-Fenster entsteht durch eine weisse Deckline.
Verwandte Themen
- Layer — Linientyp als Layer-Eigenschaft
- Dialog Einstellungen — der Kasten Linientypen